Die ersten Schritte zum Windpark

Neuland, Herausforderungen, Flächen

Unbekanntes Terrain - mit großen Chancen und Risiken

Wenn ein Windpark "vor der Haustür" entsteht,

  • wird pro Windrad ein Investitionsvolumen von ca. 10 Mio. Euro ausgelöst.
  • können diese Investitionen (im besten Fall) einen langfristigen Wertschöpfungseffekt in der Kommune haben.
  • fallen pro Windrad Pachterlöse in sechsstelliger Höhe an. 
  • kann der Dorffrieden gefährdet werden.
  • verändert sich das Landschaftsbild auf Jahrzehnte.
  • können lokale Industrie, Gewerbe und Bürger künftig lokalen Strom nutzen. 
  • gelangen pro Windrad pro Jahr ca. 6.000 – 9.000 Tonnen weniger CO2 in die Atmosphäre.

Stellen Sie sich vor...

Ein Industriebetrieb möchte in Ihrer Gemeinde einen neuen Standort bauen und mehrere Millionen Euro investieren. Die Geschäftsführung bietet der Kommune an, die Beeinträchtigungen durch eine Beteiligung am Unternehmensgewinn auszugleichen. Wieviel Gewicht würde man einem solchen Thema kommunalpolitisch und verwaltungstechnisch geben? Wie lässt sich sicherstellen, dass die Kommune angemessen profitiert - und nicht hauptsächlich das Unternehmen?  

Das entspricht ziemlich genau den Fragen, vor der Kommunen bei der Windenergie stehen. 

Damit das Geld im Ort bleibt,
sollten Kommunen ihr Windprojekt aktiv und konsequent steuern.

Ausgangssituation und erste Schritte

Sie haben von Ihrem Regionalverband eine Suchraumkulisse oder Potenzialfläche für Windenergie erhalten oder besitzen bereits ein ausgewiesenes Vorranggebiet oder eine Konzentrationszone auf Ihrer Gemarkung.

  1. Prüfen Sie, ob diese betroffene Fläche ausschließlich auf der eigenen Gemarkung liegt oder auch Nachbarkommunen einschließt.
    Wenn größere Flächenanteile (> 10 %) auch bei der Nachbargemeinde liegen, ist es unabdingbar, dass sie sich interkommunal abstimmen und das Projekt gemeinsam angehen. Der Wind hört an Ihren Gemeindegrenzen nicht auf zu wehen und ein künftiger Windpark wird auch noch in 10 km Entfernung sehr gut zu sehen sein!
     
  2. Identifizieren Sie die Eigentümer, die von dieser Flächenkulisse (Suchraum, Potenzialfläche, Vorranggebiet, Konzentrationszone) betroffen sind!
     
  3. Sind diese Flächen auch in privater Hand und im Streubesitz (parzelliert, einzelne Flurstücke <10 ha), dann schreiben Sie alle Eigentümer möglichst zeitnah an, „die Füße stillzuhalten“, d.h. keine Pachtverträge von Projektierern voreilig zu unterschreiben. Ansonsten sind Ihre kommunalen Steuerungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.
    Hier finden Sie eine Mustervorlage für das Anschreiben zur Download.

Eigentumsverhältnisse prägen den Prozess

Abhängig vom Anteil privater Flächen an dieser Flächenkulisse sind grundsätzlich drei unterschiedliche Herangehensweisen im weiteren Verlauf notwendig:

  1. Mehr als 20 % (bis zu 100 %) der betroffenen Flächen sind in privater Hand und im Streubesitz (klassische Offenlandflächen). Der Rest ist im Besitz der Kommune.
    Dann initiieren Sie ein kommunales Flächenpooling.
    Beispiele erfolgreicher Flächenpoolings finden Sie hier.

    Haben Sie konkrete fachliche Fragen, wie Sie so ein kommunales Flächenpooling umsetzen können, melden Sie sich gerne per E-Mail unter windenergie@endura-kommunal.de. Beschreiben Sie bitte kurz Ihre Ausgangssituation, damit wir einschätzen können, welchen Beratungsbedarf Sie haben.
     
  2. Mehr als 80 % (bis zu 100 %) der betroffenen Flächen sind in der Hand Ihrer Kommune (klassische kommunale Waldflächen). Der Rest ist in Privatbesitz.
    Dann können Sie direkt in ein Interessenbekundungsverfahren starten und die Flächen strukturiert ausschreiben, um im Wettbewerb Angebote einzuholen. Erfolgreiche Beispiele derartiger Interessenbekundungsverfahren finden Sie hier.

    Wir bitten Sie, sich bei weiteren fachlichen Fragen gerne per E-Mail unter windenergie@endura-kommunal.de zu melden. Beschreiben Sie bitte kurz Ihre Ausgangssituation, damit wir einschätzen können, welchen Beratungsbedarf Sie haben.
     
  3. Mehr als 80 % (bis zu 100 %) der betroffenen Flächen sind im Besitz eines privaten oder staatlichen Einzelakteurs (klassisches Beispiel: ForstBW-Flächen, Adlige Flächeneigentümer).
    In diesem Fall sind Ihre Handlungsoptionen – leider – sehr begrenzt. Nehmen Sie Kontakt zu diesem Flächeneigentümer auf und versuchen Sie über direkte Verhandlungen mit diesem Eigentümer, auch kommunale Interessen durchzusetzen.

Kommen Sie für weitere Informationen zu kommunalen Steuerungsmöglichkeiten gerne direkt auf uns zu.